Ehemaligentreffen aus der Sicht eines 1974 Entlassenen
 
  Als ich auf den Schulhof kam, herrschte dort schon ein reges Treiben. Die Lehrer und Schüler, die heute dort unterrichten bzw. lernen, hatten viel auf die Beine gestellt. Uns Ehemalige interessierten aber wohl weniger die Geschicklichkeitsspiele usw., mehr schon der Bier- und Getränkestand, am meisten aber wohl die anderen Ehemaligen unseres Entlassjahrgangs und die Lehrer, die uns damals auf den Ernst des Lebens vorzubereiten angetreten waren. Und die interessierte wohl, ob ihnen das gelungen ist.

Da ich schon zwei Klassentreffen mitorganisiert habe, die auch jeweils gut besucht waren, konnte ich im Vorfeld einige Ehemalige informieren. Tatsächlich waren auch mehr als eine Handvoll gekommen! Da wir uns ja schon wiedergesehen hatten, entfiel das große Rätselraten nach dem Motto "Wer bist du denn?".  

Trotzdem hatten wir uns viel zu erzählen. Ein Treffen im "Angesicht der Schule" ist vom Emotionalen her doch anders als ein Treffen in einer Gaststätte.

Es machte Spaß, durch die ehemals so vertrauten Räume zu spazieren, ohne immer das Gefühl haben zu müssen, was erwartet mich wohl in der nächsten Stunde. Heute ist uns bewusst, dass wir für uns gelernt haben und nicht für die Schule oder den jeweiligen Pauker,der uns "quälte". 

Heute kommen uns einige der Lehrer eher als "Freunde" oder "Kumpel" vor, zumal manche vielleicht gerade mal 10 Jahre älter sind als wir. Aber ist für einen 14- oder 15- Jährigen ein 25-jähriger Pauker nicht "uralt"? 
Schön war, dass man in den Klassenräumen jeweils einige Entlassjahrgänge zusammengefasst hatte und dass man sich in Listen eintragen konnte, die zukünftigen Organisatoren helfen werden, Einladungen zu Treffen zu verschicken.

In diesem Zusammenhang eine Bitte an alle Ehemaligen: Stellt doch Frau Karpati eure Ehemaligenlisten zur Verfügung, denn deren Listen weisen größere Lücken auf!

  
  

Durch das Zusammenfassen kam man auch wieder in Kontakt mit oft bekannten Gesichtern aus den Jahrgängen über oder unter dem eigenen. So wie mir erging es sicher auch Anderen. "Mensch, die Stimme kenne ich doch!", dachte ich und drehte mich um, "Günter, bist du das?"

Beim Schlendern durch die Fachräume kamen viele Erinnerungen auf (gute und weniger gute). Leider waren bei den im Foyer ausgehängten Bildern keine unserer Jahrgänge dabei und auch wenn heute noch zwei Lehrer die ich selbst hatte, meinen Sohn unterrichten (als er in die 5. Klasse kam waren es sogar noch vier) konnte ich auf den Fotos nicht viele Lehrer von damals erkennen.

Schön waren auf jeden Fall die Gespräche mit euch und Ihnen. Es war so schön, dass die meisten nach dem Ende des Festes auf dem Schulhof noch weiterzogen ins Pompidu und die Ewige Lampe.

Es war ein schönes und gelungenes Treffen. Ich jedenfalls finde, dass man das nicht erst zum 50-jährigen Jubiläum wiederholen sollte. Ich freu mich jetzt schon drauf.
 


Michael Engel, von 1968 bis 1974 (Klasse 10B) an der EKR